Fremdwährungskredit
- Die Risken und Chancen der Fremdwährungsfinanzierungen im einzelnen
- Zinsänderungsrisiko
- Tilgungsträgerrisiko
Was ist ein Fremdwährungskredit und worauf haben Sie zu achten, wo liegen mögliche Gefahren, wo die Vorteile?
Zum besseren Verständnis lesen Sie bitte zuerst
Mögliche Finanzierungsvarianten.
Bei einem Fremdwährungskredit erfolgt die
Kreditaufnahme wie der Name bereits sagt
nicht in Euro, sondern in einer
fremden Währung. Besonders beliebt sind
Kredite im Japanischen Yen, Schweizer Franken oder
US-Dollar. Grundsätzlich vereinbaren wir für unsere Kunden
nur Fremdwährungskredite, die in
mehreren Währungen möglich sind, das heisst
der Kredit kann in mehreren Währungen ausgenutzt werden
(oft "Multiwährungskredit genannt"). Der Währungswechsel
ist beliebig oft möglich und zwar direkt zwischen den
Währungen, ohne in den Euro zurückwechseln zu müssen
("Cross rates"). Die aktuellen Währungen sind: Euro,
Schweizer Franken, Japanischer Yen und US Dollar. Die
Spesensätze (Zinsaufschlag...) sind in
allen Währungen
gleich!
Die Kosten des Währungswechsels
(Konvertierungsspesen) sind bankabhängig und liegen
zwischen 0 bis 400 Euro. Die Konvertierungsspesen sind
verhandelbar, ebenso wie die Verdienstspanne der Bank
hinsichtlich des Wechselkurses (Briefkurs zu Geldkurs:
Einfach gespanntes Mittel, doppelt gespanntes Mittel...)
und die Devisenkommission. Der Reiz der
Fremdwährungsfinanzierung liegt im
niedrigen Zinsniveau der Fremdwährung. Die
Zinsdifferenz zum Euro stellt die
Kosteneinsparung dar. Damit wird die Rate
im Vergleich zur Eurorate bedeutend günstiger.
Grundsätzlich nachteilig ist die
Schwankung des Wechselkurses zwischen Euro
und der Fremdwährung. Durch die Schwankung des
Wechselkurses ändert sich die Schuld im Euro. Wenn Sie
einen Fremdwährungskredit aufgenommen haben und der Wert
(Wechselkurs) der betreffenden Währung steigt, so
steigt Ihre Schuld im Euro. Wenn der Wert
der Fremdwährung hingegen sinkt so
verringert sich Ihre Schuld im Euro. Durch
den
richtigen Einstiegszeitpunkt in die
Fremdwährung, das heißt Einstieg bei historisch hohen
Kursen (=hohem Wert), kann die Wahrscheinlichkeit einer
deutlichen Schulderhöhung verringert, aber nicht
ausgeschlossen werden. In der Vergangenheit schwankten
verschiedene Währungen in ihrem Wechselkursverhalten zum
Euro unterschiedlich stark. Daraus können (allerdings nur
beschränkt) Rückschlüsse über das zukünftige
Schwankungsverhalten gezogen werden.
Gleichermaßen können Währungsschwankungen positive
Auswirkungen haben. D.h. - während sich die Schuld
innerhalb einer Roll-Over-Periode vermindert, kann bei
gleichzeitig günstigem Verlauf des Tilgungsträgers, eine
Finanzierung früher beendet werden. Die so eingesparten
Zinszahlungen verringern somit den Gesamtaufwand für die
Finanzierung.
Die aktuellen Fremdwährungskurse erfahren Sie unter:
http://waehrungen.onvista.de.

Wichtig ist das Verständnis, um die möglichen
Schwankungen der betreffenden Fremdwährung, das bisherige
Schwankungsverhalten und die daraus ableitbaren
Konsequenzen für die Zukunft. Kurzum: Was sind die
Konsequenzen eines Währungsanstieges für das Darlehen bzw.
für die Besicherungssituation? Wie reagiert die Bank im
Falle des Schuldenanstiegs (z.B.: Nachbesicherung,
Zwangskonvertierung in den Euro,...)? Wie ändert sich die
Rate bei Änderung des Wechselkurses und Zinssatzes? Wie
wahrscheinlich sind all diese Veränderungen...
Bei einer Fremdwährungsfinanzierung sollte in jedem
Fall ein Ausstiegsszenario
bei gestiegener Schuld festgelegt werden.
Prinzipiell meinen wir, dass eine Finanzierung in der
Fremdwährung nur sinnvoll ist bei:
- vorhandenen Eigenmitteln, währungsabhängig in der
Höhe von 20-50% der gesamten Projektkosten
oder - Vorhandensein weiterer lastenfreier Immobilien (zur
etwaigen Nachbesicherung)
oder - Vorhandensein anderer Sicherheiten wie Bargeld,
Investmentfonds, Fonds
Französisch: Kapital. Fonds sind durch Kapitalanlagegesellschaften oder Fondsgesellschaften verwaltete Kapitalvermögen, die in Aktien, Immobilien etc. investiert werden. Die Anleger dieser Fonds erhalten Anteilsscheine am Fondsvermögen. Erwirtschaftet ein Investmentfonds Erträge aus Kursgewinnen, Dividenden, Zinsen etc., werden diese in der Regel an die Anteilseigener ausgeschüttet. Bei thesaurierenden Fonds werden diese Erträge reinvestiert, was sich im Wertanstieg des Fondsanteils niederschlägt.Investmentfonds,...
oder/ und - nachhaltig überdurchschnittliches Einkommen
- Vorhandensein eventueller Bürgen, welche sich vor Kreditaufnahme zur Übernahme der Bürgschaft verpflichten
Die Risken und Chancen der Fremdwährungsfinanzierungen im einzelnen
Währungsrisiko
Risiko
Verlustgefahr. Auch Ungewissheit über zukünftige
Ereignisse als Gefahrenmoment.
Es wird zwischen mehreren Risikofaktoren unterschieden:
Risiko des
Währungskursanstieges und damit
Schuldenanstieges. Umso stärker eine
Währung schwankt, desto riskanter aber auch chancenreicher
ist sie. Diese Schwankung wird auch
Volatilität
Volatilität bezeichnet die Schwankung von Renditen
um ihren langfristigen Durchschnitt herum. Sie drückt damit den
Risikogehalt einer Kapitalanlage aus. Je stärker Renditen
schwanken, desto volatiler sind sie. Volatilität wird zumeist in
Form der statistischen Kennzahl Standardabweichung
gemessen.Volatilität genannt.
Umso größer der Unterschied (Differenz) zwischen höchstem
und geringsten Kurs umso größer ist die
Volatilität
Volatilität bezeichnet die Schwankung von Renditen
um ihren langfristigen Durchschnitt herum. Sie drückt damit den
Risikogehalt einer Kapitalanlage aus. Je stärker Renditen
schwanken, desto volatiler sind sie. Volatilität wird zumeist in
Form der statistischen Kennzahl Standardabweichung
gemessen.Volatilität und
damit die Schwankung Ihrer Schuld. In der Vergangenheit
schwankte der Japanische Yen sehr stark. Der Schweizer
Franken schwankte zum Euro bedeutend weniger, die
Schwankung des US Dollar lag zwischen der des Schweizer
Franken und der des Japanischen Yen. Die Gesamtrate ändert
sich bei relativ starkem Währungsanstieg relativ wenig, da
die in der Rate enthaltenen Zinskosten aufgrund des
niederen Zinssatzes relativ gering sind, der Tilgungsträger
bei gestiegener Währung aber nicht nach oben angepasst
wird.
Ein Beispiel: Bei einer angenommenen Kredithöhe von 200.000 Euro und einem Zinssatz von 1,5% beträgt die jährliche Zinszahlung: 200.000*0,015=3000 Euro. Damit ergibt sich die monatliche Kreditrate zu 3000/ 12= 250 Euro. Steigt die Währung um 30% im Wert an, so beträgt die neue monatliche Zinszahlung 250 Euro plus 30% = 325 Euro. Die Gesamtrate erhöht sich also um 75 Euro. Das ist hinsichtlich eines Währungsanstieges von 30% (!) nicht viel! Zum Vergleich: steigt der Zinssatz von 1,5% auf 2,5% so beträgt die monatliche Zinszahlung: 200.000*0,025=5000 Euro/Jahr, dh 417 Euro/ Monat, ein Plus von 167 Euro! Sie sehen: die Rate wird stärker durch eine Zinsänderung beeinflusst als durch einen Währungsanstieg!!
Warum warnen Banken nun so sehr vor dem Währungsanstieg,
die Währung sinkt doch sicher wieder während der
verbleibenden Kreditlaufzeit? Das ist prinzipiell richtig,
interessiert die Bank aber meist wenig da laut
Besicherungsrichtlinien (Vergleiche auch
"Erforderliche
Sicherheiten" ) die Kreditschuld durch den
Immobilienwert besichert sein muss. Das ist aber bei
deutlich gestiegenen Fremdwährungskurs nicht mehr der Fall!
Das heisst die Kreditschuld ist nun höher als der Wert der
gekauften Immobilie (Sicherheit!). Die Bank wird bei
gestiegener Schuld
zusätzliche Sicherheiten verlangen. Können
diese nicht zur Verfügung gestellt werden, kann die Bank
die Schuld ohne Zustimmung des Kreditnehmers in den Euro
zurückwechseln (Zwangskonvertieren). Damit ist die höhere
Schuld festgeschrieben, der Verlust "realisiert".
Der maximale prozentuelle Währungsanstieg (ohne
weitere Sicherheiten) ist durch die sogenannte
Schwellwertklausel im Kreditvertrag
festgelegt (ist verhandelbar!).
Achten Sie jedenfalls darauf, dass Sie die
Fremdwährung (eventuell durch Setzen eines
Kursfixings )
jederzeit verlassen können. Auch sollten in
Abhängigkeit von der gewählten Kreditwährung
(unterschiedliche Schwankungsbreite =
Volatilität
Volatilität bezeichnet die Schwankung von Renditen
um ihren langfristigen Durchschnitt herum. Sie drückt damit den
Risikogehalt einer Kapitalanlage aus. Je stärker Renditen
schwanken, desto volatiler sind sie. Volatilität wird zumeist in
Form der statistischen Kennzahl Standardabweichung
gemessen.Volatilität)
weiter Sicherheiten vorhanden sein. Haben
Sie diese Sicherheiten (siehe oben) nicht, sollten Sie
keinesfalls in der Fremdwährung finanzieren!!
Zinsänderungsrisiko
Risiko
Verlustgefahr. Auch Ungewissheit über zukünftige
Ereignisse als Gefahrenmoment.
Es wird zwischen mehreren Risikofaktoren unterschieden:
Risiko der Zinsänderung, also des Zinsanstieges. Da der
Zinssatz bei Fremdwährungskrediten maximal 24 Monate
fixierbar ist, meist 3 oder 6 Monate, kommt es
regelmäßig zu Zinsanpassungen. Steigt die
Zinsbasis (
LIBOR
Abkürzung für "London Inter Bank Offered Rate". Im
Verkehr zwischen Banken am Londoner Geldmarkt angewendeter,
kurzfristiger Geldmarktzinssatz, zu dem eine Bank einer anderen
erstklassigen Bank kurzfristige Einlagen (z.B. im US Dollar,
Schweizer Franken...) überlässt bzw. Geldmarktkredite aufnimmt.
Die Höhe der LIBOR-Zinssätze hängen von der Währung und der
Zinsfixierungsperiode ab.
Vergleiche: EURIBORLIBOR), so steigt der Zinssatz den Ihnen die
Bank verrechnet und damit steigen auch die Zinskosten.
Dieses - aus unserer Sicht oft unterschätzte
Risiko
Verlustgefahr. Auch Ungewissheit über zukünftige
Ereignisse als Gefahrenmoment.
Es wird zwischen mehreren Risikofaktoren unterschieden:
Risiko - lässt
die Kreditrate stark anwachsen (siehe Berechnung im Punkt
Währungsrisiko). Prinzipiell stellt das Zinsänderungsrisiko
bei einem Fremdwährungskredit weiters kein Problem dar, da
Sie durch einen Währungswechsel in eine zinsgünstigere
Währung Ihre Zinskosten gering halten können. Aus
Sicherheitsgründen (Reserve!!) sollten Sie aber stets mit
den Eurozinsen kalkulieren (4 -6%) und sich diese
Zinsbelastung auch leisten können. Sehen Sie den
Fremdwährungskredit als ein
"Zinssonderangebot auf Zeit". Das ist
wichtig, da der langfristige Zinssatz für
Immobilienfinanzierungen in den Industrieländern bei ca. 5
bis 7% liegt und nicht sichergestellt ist, dass es auch in
Zukunft Währungen gibt deren Zinssatz deutlich unter diesem
Zinsniveau liegt (zinsgünstige Währungen). Auch ist es
heute nicht vorhersehbar ob Sie in der Zukunft in diese
zinsgünstige Währung einsteigen können/ sollen (Schwankung,
Einstiegszeitpunkt...).
Tilgungsträgerrisiko
Risiko
Verlustgefahr. Auch Ungewissheit über zukünftige
Ereignisse als Gefahrenmoment.
Es wird zwischen mehreren Risikofaktoren unterschieden:
Risiko, dass der Tilgungsträger während der
Kreditlaufzeit, oder am Ende der Kreditlaufzeit,
nicht die prognostizierte
Ablaufleistung erreicht und damit die komplette
Rückzahlung der Schuld unmöglich ist.
Wenn Sie sich für die endfällige Kreditvariante (
"Mögliche
Finanzierungsvarianten",
Variante 2 und
3 ) entscheiden,
so ist es notwendig zur
Rückzahlung des Darlehens in eine Sparform
(Tilgungsträger) monatliche Zahlungen zu leisten oder
einmalig anzulegen. Die
Verzinsung jedes Tilgungsträgers ist
nicht fix sondern hängt jedenfalls von der
Entwicklung der Kapitalmärkte ab. So kann die zukünftige
Wertentwicklung des Tilgungsträgers heute
nur abgeschätzt werden. Wir empfehlen die
Verzinsung grundsätzlich eher pessimistisch anzunehmen.
Tritt diese pessimistische Annahme nicht ein, ist die
zukünftige Verzinsung also besser als angenommen, ist das
Sparziel früher erreicht. Das heisst Sie
können den Kredit
früher zurückzahlen. Eine weitere
Möglichkeit besteht wie folgt: berechnen Sie den
Tilgungsträger auf eine Laufzeit von 20 Jahren und bauen
Sie danach eine 5jährige Wartefrist ein. Während dieser 5
Jahre kann sich der Tilgungsträger von eventuellen
unerwarteten Rückschlägen erholen, Sie haben also einen
zeitlichen Puffer eingebaut. Die
Kreditlaufzeit wäre in diesem Beispiel 25 Jahre. Vergessen
Sie nicht: Sie können bei entsprechender Vertragsgestaltung
jederzeit zurückzahlen und eine längere
Kreditlaufzeit kostet nicht mehr als eine kürzere, bietet
Ihnen aber die erhöhte Sicherheit einer verlängerten
"Verwertephase" Ihres Tilgungsträgers.
Tipp: Gehen Sie davon aus, dass sich die Kurse der Fremdwährung zu Ihrem Nachteil entwickeln kann und ein kurzfristiger Währungsanstieg möglich ist. Gehen Sie davon aus, dass durch eine Wechselkursveränderung Ihre Schuld steigt, beispielsweise wie folgt: Kreditaufnahme im Japanischen Yen Schulderhöhung um 30-50%, im USD Schulderhöhung um 20-30% und im Schweizer Franken Schulderhöhung um 20%. Beachten Sie, dass die zusätzlichen Zinskosten wegen der momentan geringen Zinssätze eher vernachlässigbar sind, dass aber die Banken zusätzlich Sicherheiten verlangen werden oder im schlimmsten Fall - wenn Sie diese nicht stellen können - auch gegen Ihren Willen einen Währungswechsel in den Euro durchführen können (Zwangskonvertierung).
Gerne beraten wir Sie, inwieweit eine Fremdwährungsfinanzierung in Ihrer Situation sinnvoll ist.
Beachten Sie: als Kontrakta Kunde stehen wir Ihnen im Rahmen unserer Fremdwährungskredit-Weiterbetreung während der Kreditlaufzeit weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Wir sind um eine Optimierung obiger Punkte (Währungswechsel, Zinsoptimierung, Umschichtung des Tilgungsträgers) bemüht.
Auch bei bereits laufenden Finanzierungen helfen wir gerne: wenn Sie auf unsere Dienste der Fremdwährungskreditbetreuung zurückgreifen wollen, so ist die gegen eine monatliche Betreuungsgebühr von 25 Euro möglich; siehe dazu auch "Leistungsumfang - Unsere Bezahlung".
Da die Zinsdifferenz zwischen Tilgungsträger und Kreditzinssatz bei Fremdwährungsfinanzierungen besonders hoch ist, bietet sich die endfällige Finanzierungsvariante ( "Mögliche Finanzierungsvarianten", Variante 2 und 3 ) hier besonders an.
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