Kreditzinssatz
Welche Arten von Zinssätzen gibt es eigentlich? Wie entsteht ein Kreditzinssatz? Worauf muss ich als Kunde achten?
Prinzipiell müssen wir zwischen fixem (fix auf 1, 2, 3, 5, 10, 15, 20 Jahre) und variablem Zinssatz unterscheiden. Der Fixzinssatz bietet Ihnen Schutz vor steigenden Zinsen, damit wird die Zinsbelastung genau kalkulierbar. Gleichzeitig können Sie aber - im Gegensatz zu einem variablen Zinssatz - nicht von einer Zinssenkung profitieren. Ob Sie einen variablen Zinssatz oder Fixzinssatz vereinbaren sollten, ist also von der Frage bestimmt: werden die Zinsen in Zukunft steigen oder fallen?
Entscheiden Sie sich für eine Fixzinsvereinbarung (Fixzinssatz) und wollen Sie während der Fixzinsperiode auf einen variablen Zinssatz umsteigen, dann verrechnet Ihnen die Bank zusätzliche Kosten, Vorfälligkeitsentschädigung genannt. Diese Entschädigung fällt auch an, wenn Sie Ihr Darlehen vorzeitig, ganz, oder teilweise zurückzahlen wollen. Da die Bank Ihre Zinszahlungen wohl kaum optimieren wird, ist hier unabhängiger Rat gefragt! Wir beraten Sie gerne bei Fragen der Zinsgestaltung sowie der Kreditvertragsgestaltung (Pönale, Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung, Kündigungsfristen...).
Wie entsteht denn eigentlich ein Zinssatz? Ganz einfach: auf eine Basis, genannt Zinsindikator, schlägt die Bank ihre Verdienstspanne (Marge, Zinsaufschlag ) auf. Das Ergebnis wird meist noch gerundet und Ihnen als Zinssatz verrechnet. Ein Beispiel: der 3-Monatslibor im Japanischen Yen liegt bei 0,67 % plus 1,125 % Zinsaufschlag ergibt einen Zinssatz von 1,795 %. Gerundet (sowohl kaufmännisch als auch aufgerundet) auf das nächste Achtel wäre 1,875 %. Die richtige Wahl des Zinsindikators, welcher meist verhandelbar ist, sowie die Höhe des Zinsaufschlages stellen wichtige Teile Ihrer Finanzierung dar. Auch die Art der Rundung (kaufmännisch oder aufgerundet, auf 1/4 oder 1/8) verändert die gesamte Zinsbelastung über die Kreditlaufzeit nicht unerheblich. Wir beraten Sie gerne bei der optimalen Umsetzung dieser Fragen!
Wichtige Zinsindikatoren sind der
EURIBOR
Abkürzung für Euro Interbank Offered Rate. EURIBOR
ist der Zinssatz, zu dem europäische Banken untereinander
Einlagen im Euro mit festgelegter Laufzeit innerhalb Europas
anbieten. Die Höhe der EURIBOR - Zinssätze hängt von der
Zinsfixierungsperiode ab.
Vergleiche: LIBOREURIBOR, die
Sekundärmarkt
Bezeichnung für den Umlaufmarkt der Wertpapiere,
speziell für die Börse bzw. den Börsenhandel.
Gegenteil: PrimärmarktSekundärmarktrendite (SMR), der Zinsswapsatz sowie der
LIBOR
Abkürzung für "London Inter Bank Offered Rate". Im
Verkehr zwischen Banken am Londoner Geldmarkt angewendeter,
kurzfristiger Geldmarktzinssatz, zu dem eine Bank einer anderen
erstklassigen Bank kurzfristige Einlagen (z.B. im US Dollar,
Schweizer Franken...) überlässt bzw. Geldmarktkredite aufnimmt.
Die Höhe der LIBOR-Zinssätze hängen von der Währung und der
Zinsfixierungsperiode ab.
Vergleiche: EURIBORLIBOR bei Fremdwährungsfinanzierungen.
EURIBOR
Abkürzung für Euro Interbank Offered Rate. EURIBOR
ist der Zinssatz, zu dem europäische Banken untereinander
Einlagen im Euro mit festgelegter Laufzeit innerhalb Europas
anbieten. Die Höhe der EURIBOR - Zinssätze hängt von der
Zinsfixierungsperiode ab.
Vergleiche: LIBOREURIBOR (European Interbank Offert Rate): Ein
Geldmarktzinssatz im Euroraum zu dem 40 Geschäftsbanken
Gelder anbieten. Der Zinssatz wird aus den
durchschnittlichen Zinssätzen der 40 Banken täglich um
11:00 Brüsseler Zeit erstellt. Die aktuellen Zinssätze
erfahren Sie unter
http://anleihen.onvista.de
SMR (
Sekundärmarkt
Bezeichnung für den Umlaufmarkt der Wertpapiere,
speziell für die Börse bzw. den Börsenhandel.
Gegenteil: PrimärmarktSekundärmarktrendite): Ein gewichteter Durchschnitt
der an der Wiener Börse notierten österreichischen
Anleihe, Schuldverschreibung, Obligation, Rentenwert
Auch: Schuldverschreibung, Obligation, Rentenwert.
Englisch: bond, loan. Bezeichnung für alle Schuldverschreibungen
mit festgesetzter (fester oder variabler) Verzinsung und fester
Laufzeit (meist zwischen 5 und 30 Jahren) sowie vertraglich
fixierter Tilgung. Sie dienen der Beschaffung langfristiger
Finanzierungsmittel. Eine Anleihe lautet auf den Gesamtbetrag und
ist gestückelt in Teilbeträge
(Teilschuldverschreibungen).Anleihen
mit der
Restlaufzeit
Die Restlaufzeit beschreibt den verbleibenden
Zeitraum zwischen dem aktuellen Datum und dem Auslauftermin bzw.
der Fälligkeit eines Wertpapiers.Restlaufzeit von über einem Jahr
Zinsswapsatz: international festgelegte Zinssätze die als Referenzzinssätze für Fixzinssätze herangezogen werden
LIBOR
Abkürzung für "London Inter Bank Offered Rate". Im
Verkehr zwischen Banken am Londoner Geldmarkt angewendeter,
kurzfristiger Geldmarktzinssatz, zu dem eine Bank einer anderen
erstklassigen Bank kurzfristige Einlagen (z.B. im US Dollar,
Schweizer Franken...) überlässt bzw. Geldmarktkredite aufnimmt.
Die Höhe der LIBOR-Zinssätze hängen von der Währung und der
Zinsfixierungsperiode ab.
Vergleiche: EURIBORLIBOR (London Interbank Offert Rate) bei
Fremdwährungsfinanzierungen: Ein Geldmarktzinssatz zu dem
12 Geschäftsbanken auf dem Londoner Markt Gelder anbieten.
Dabei werden täglich die durchschnittlichen Zinssätze
dieser Banken zu bestimmten Währungen erhoben. Wichtige
LIBOR
Abkürzung für "London Inter Bank Offered Rate". Im
Verkehr zwischen Banken am Londoner Geldmarkt angewendeter,
kurzfristiger Geldmarktzinssatz, zu dem eine Bank einer anderen
erstklassigen Bank kurzfristige Einlagen (z.B. im US Dollar,
Schweizer Franken...) überlässt bzw. Geldmarktkredite aufnimmt.
Die Höhe der LIBOR-Zinssätze hängen von der Währung und der
Zinsfixierungsperiode ab.
Vergleiche: EURIBORLIBOR - Sätze sind der 1, 3, 6, 9 und 12-Monatslibor.

Die angesprochenen Zinsindikatoren werden hauptsächlich
vom
Leitzinssatz bestimmt, welcher von der
jeweiligen des betreffenden Landes Nationalbank festgelegt
wird. So bestimmt die Nationalbank über den Leitzinssatz
das Zinsniveau im betreffenden Land oder Wirtschaftsraum
und steuert so die Kapitalkosten. Über die Kapitalkosten
wiederum steuert die Nationalbank das Kauf- und
Investitionsverhalten der Konsumenten bzw. Unternehmen in
einem Land. Als "Hüter der Währung" verfolgt die
Nationalbank volkswirtschaftliche Interessen wie
beispielsweise die Steuerung der
Inflation, Inflationsrisiko
Geldentwertung, trifft nur Geldwerte (Spareinlagen,
Anleihen...).
Die Veränderung der Geldmenge zu zum Erwerb einer
festgelegten Warenmenge notwendig ist. Als Inflation bezeichnet
man den stetigen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, der
längerfristig nur bei einem überproportionalen Wachstum der sich
im Umlauf befindenden Geldmenge möglich ist. Die Inflation
entwertet Geldwerte wie Banknoten, Sparbücher, klassische
Lebensversicherungen, Anleihen... indem sie die Kaufkraft des
aufgedruckten Geldbetrages laufend verringert.
Gegenteil: DeflationInflation bzw. der
Konjunktur.
Die Höhe des Zinsindikators ist somit fix vorgegeben und ist im Gegensatz zum Zinsaufschlag nicht verhandelbar.
Da der Zinsindikator also fix ist, wenden wir uns wieder
dem mit der Bank verhandelbaren Zinsaufschlag zu.
Der Zinsaufschlag hängt nicht nur vom
Verhandlungsgeschick ab, sondern ist auch
bankenabhängig, bzw. von der momentanen
Geschäftspolitik der Bank (Margenpolitik,
Überlegungen hinsichtlich zukünftiger Marktanteile...)
abhängig. Selbstverständlich spielt auch die momentane
Nachfrage nach Krediten, also die
Konjunktur und das
Zinsniveau selbst, eine wichtige Rolle.
Der Zinsaufschlag hängt auch wesentlich davon ab, wie
weit sich die Bank besichern kann, das heißt für welchen
Verwendungszweck der Kredit aufgenommen
wurde. Bessere Besicherung, d.h. zum Beispiel
Immobilienerwerb mit grundbücherlicher Sicherstellung für
die Bank, reduziert den Zinsaufschlag. Da bei einem
Privatkredit üblicherweise als einzige Sicherstellung das
Gehalt des Kreditnehmers zur Sicherstellung dient, sind die
Zinsaufschläge hier höher. Natürlich beeinflusst auch die
Bonität
Bonität ist Rückzahlungsfähigkeit (oft auch
Rückzahlungswilligkeit) des Schuldners, definiert durch die
mögliche Besicherung (Immobilien, Fabriken, Kraftwerke, etc.) und
die Fähigkeit zur Zahlung der Zinsen und der
Schuld.Bonität (gegenwärtige und angenommene
zukünftige Zahlungskraft des Kunden) den Zinsaufschlag. Da
die
Bonität
Bonität ist Rückzahlungsfähigkeit (oft auch
Rückzahlungswilligkeit) des Schuldners, definiert durch die
mögliche Besicherung (Immobilien, Fabriken, Kraftwerke, etc.) und
die Fähigkeit zur Zahlung der Zinsen und der
Schuld.Bonität bei gleicher Ausgangslage von verschiedenen
Banken aber oft sehr unterschiedlich beurteilt wird, sind
hier große
Unterschiede im Zinsaufschlag feststellbar.
Das geht manchmal soweit, das eine Bank ein Kreditansuchen
ablehnt und eine andere Bank das selbe Ansuchen sehr
positiv beurteilt und die Finanzierung zu Bestkonditionen
abwickelt.
Ein Tipp: unterliegen Sie nicht den Zins-Lockangeboten so mancher Bank oder Bausparkasse. Günstige Einstiegszinssätze steigen bald nach Kreditaufnahme stark an und nehmen Ihnen die Freude am vermeintlichen Zinsschnäppchen. Angebote dieser Art haben meist zu Laufzeitbeginn eine Fixzinsperiode, wobei sich der Zinsaufschlag nach Ende dieser Periode deutlich erhöht. Achten Sie also stets darauf, dass der Zinsaufschlag vertraglich fixiert ist und während der Laufzeit gleich bleibt.
Das optimale Aushandeln all dieser Fragen spart Ihnen hohe Zinskosten und viel Ärger im Nachhinein (Nachverhandlung der Konditionen, laufenden Spesen...). Wir beraten Sie gerne bei Fragen zum Zinsaufschlag, zur Zinsrundung sowie der Umsetzung dieser Punkte im Kreditvertrag. Auch bei bereits laufenden Finanzierungen helfen wir gerne. Siehe auch dazu "Beratungsauftrag auf Honorarnotenbasis" und "Überprüfung der Kreditkonditionen", unter "Leistungsumfang - Unsere Bezahlung"
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