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Aussenhandel verleiht deutscher Wirtschaft Flügel

Selbst die Experten waren überrascht: Die Exporte wie auch die Importe in Deutschland haben sich laut Zahlen des statistischen Bundessamtes in den ersten sechs Monaten deutlich erholt. Die Halbjahresbilanz im Aussenhandel sei "fulminant", so der Bundesverband Grosshandel, Aussenhandel, Dienstleistungen.

Legten die Ausfuhren zwischen Januar und Juni um 18 % zu, so waren es bei den Einfuhren 17 %. Im Juni exportierten deutsche Firmen Güter im Wert von 86,5 Mrd € und importierten Waren im Wert von 72,4 Mrd. €. Zwar konnte damit der dramatische Einbruch bei den Exporten vom ersten Halbjahr 2009, als die Ausfuhren um 23 % nachgaben, nicht wett gemacht werden, aber besonders der Handel mit den EU-Staaten nimmt wieder deutlich Fahrt auf. Grosse Hoffnungen liegen bei den Schwellenländern.

Doch nicht nur die aktuellen Exportzahlen geben Anlass zur Hoffnung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) attestiert, dass die deutschen Ausfuhren binnen drei Jahren ihr krisenbedingtes Tal durchschritten haben werden. Basis dieser optimistischen Prognose ist der AKH-Experten-Index. Der Indikator fußt auf einer Umfrage bei den Deutschen Außenhandelskammern (AHK) in 80 Ländern im Juni und Juli. Die frohe Botschaft: Die deutschen Exporte dürften 2010 um 11 % und 2011 um 8 % zulegen. 2011 könnten die Ausfuhren sich sogar dem Rekordwert von 2008 mit Exporten in Höhe von 984 Mrd € nähern.

Ähnliches bei den Importen: Sie werden laut dem DIHK sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr um 10 % zulegen und 2011 den bisherigen Rekord von 806 Mrd € knacken. Noch in diesem Jahr wird China die Niederlande vom ersten Platz als Deutschlands grösster Importeur vertreiben. Dabei führt die Bundesrepublik vermehrt auch technische Produkte wie elektrotechnische Geräte und Maschinen aus China ein. Als Exportweltmeister hat China Deutschland längst abgehängt. Der Vorsprung des Reichs der Mitte auf die Nummer zwei wird dabei beständig größer.

Allerdings sehen die AHK-Experten für deutsche Umwelttechnikprodukte gute Chancen: Vier Fünftel der Befragten geben zu Protokoll, dass es hier hohe Wachstumspotenziale zu heben gelte.

Insgesamt rechnet die DIHK für 2010 und 2011 mit einem Wachstum des Welthandels von jewiels 7 %. Von diesem Aufwärtstrend kann auch Deutschland profitieren. So werden Schwellenländer wie Indonesien oder Brasilien in die Modernisierung von industriellen Anlagen investieren. Nationale Konjunkturprogramme pumpen zudem finanzielle Mittel in den Markt und ein relativ schwacher Euro beflügelt ausserdem die Nachfrage nach deutschen Qualitätsgütern. So treiben die Exporte weiter die wirtschaftliche Erholung im Inland an. Die Commerzbank rechnet damit, dass der Aussenhandel im zweiten Quartal immerhin 0,5 %-Punkte zum Gesamtwachstum beigetragen hat.

Börsenkurier Nr. 33/2010

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